Lebensträume
 

 

Ein drogenfreies Leben, eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine eigene Familie – lange erschienen diese Ziele für Swetlana unerreichbar, unrealistische Lebensträume. Die Heroinsucht hatte sie im Griff – und sie konnte sich nicht selbst daraus befreien.

Swetlana wuchs in Kasachstan auf. Mit fünf Jahren verlor sie ihren Vater, fünf Jahre später kam sie mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern nach Deutschland an den Niederrhein. Als 15-jährige befreundete sie sich mit einem jungen Mann, der drogenabhängig war. Es dauerte nicht lange, bis sie auch Heroin ausprobierte. Die Wirkung war faszinierend, das Glück greifbar nahe. Aber schon bald merkte die junge Frau: die Droge hatte sie im Griff und bestimmte ihr Leben. Für alles andere war kein Platz mehr: zur Schule ging sie kaum noch und auch in der Familie ging vieles kaputt. Man sprach kaum noch miteinander. Der Begeisterung folgte die Ernüchterung – und die bange Frage: „Wie komm ich wieder davon los?“ Swetlana startete viele „Befreiungsversuche“. Immer wieder versuchte sie durch Entgiftungen, von der Sucht loszukommen. Aber alle Versuche scheiterten. Und mit jedem neuen Rückfall wuchs die Verzweiflung.

In der Drogenszene wurde sie auf einen Mann aufmerksam, der Kontakt zu den Abhängigen suchte und ihnen von Gott erzählte. Zuhause traf er sich mit Drogensüchtigen, um mit ihnen über Gott zu sprechen. Er hatte immer ein offenes Haus. Auch ihre Mutter lernte diese Familie kennen und fand dadurch zum Glauben an Jesus Christus. Für Swetlana war das „religiöser Quatsch“. Sie ging diesem Mann aus dem Weg – und bald auch ihrer Mutter. Aber für sie ging es weiter bergab: um ihre Sucht zu finanzieren, wurde sie immer krimineller. Das Leben wurde für sie unerträglich: Immer wieder klauen müssen, immer auf der Flucht sein, immer Angst haben vor dem „Erwischt werden“. Endlich suchte sie nach einer Lösung – und wurde dabei von ihrer Mutter und ihren „christlichen Freunden“ unterstützt. Sie bekam die Möglichkeit, in eine Wohngemeinschaft der „Gefährdetenhilfe Scheideweg“ zu ziehen – und nutzte diese Chance, trotz ihrer Abneigung gegen alles „Fromme“. Rückblickend erzählt sie: „Durch die Leute in der WG und die Hauseltern habe ich glaubhaft erfahren, dass es einen lebendigen Gott gibt, der mich verändern kann und mir neues Leben schenken will.“ Darauf ließ sie sich ein – und machte ihre persönliche Erfahrung mit Jesus Christus. Durch die Hilfe Gottes und anderer Menschen konnte sie Zweifel und Kämpfe durchstehen. Im Pflanzenpark schaffte sie trotz ihrer schulischen Defizite eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Inzwischen ist Swetlana mit Timon verheiratet und Mutter von zwei wundervollen Kindern. Scheinbar unrealistische Lebensträume sind wahr geworden – Gott sei Dank!




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