Delegations-Besuch aus der Mongolei
Fünf Tage besuchte uns der mongolische Vollzugspräsident mit seiner Ehefrau und zwei Mitarbeitern. In Kooperation mit dem NRW-Justizministerium gab es ein vielseitiges Programm und einen intensiven Austausch.

 

 Der „Remscheider Generalanzeiger“ berichtete am 07.06.2011:

 Gefährdetenhilfe hat Gäste aus der Mongolei
Von Rainer Timm
 
„Es gibt große positive Veränderungen", freut sich Vahid Mobini von der Gefährdetenhilfe Scheideweg und bezieht sich damit auf die Situation im mongolischen Strafvollzug.
 
"Gab es früher Zellen mit über 100 Personen, so sind heute vier bis sechs dort untergebracht. Die Gefangenen können arbeiten und haben auch Freizeitmöglichkeiten."
Das kam gestern zur Sprache, als eine Delegation des Strafvollzugsamtes aus Ulaanbaatar (Mongolei) in Scheideweg begrüßt wurde: Colonel Gankhuu Maydag, Präsident des Strafvollzugsamtes; Colonel Altan-Ochir Mashlai, Gefängnisdirektor in Khentii aimag; Zorigt Amarbayer, Mitarbeiter des Ministeriums. Zur Delegation, die bis Freitag in Deutschland ist, gehört auch Narantuya Puntsag, Ehefrau von Gankhuu Maydag.
Auf dem Besuchsprogramm stehen u.a.: Landtag, Justizvollzugsanstalten Rheinbach, Köln, Remscheid, Polizeipräsidium Essen, Justizministerium und das Musical "Starlight Express" in Bochum.
Jörg Hübner, Geschäftsführer der Gefährdetenhilfe: "Wir können viel voneinander lernen. Dazu trägt der regelmäßige Austausch bei." Dazu eine Chronologie an anderer Stelle. Wichtig bei der Sache: "Wir werden in der Mongolei als Freunde und Partner gesehen", ergänzt Vahid Mobini, zuständig für das Programm der Gäste, die vormittags bei Bürgermeister Uwe Ufer waren.
Tragende Säule ist sprachtechnisch - wie immer - Dong Hwan Kim, den es mit seiner Hückeswagener Ehefrau nach Ulaanbaatar verschlagen hat. Sein Sohn ist inzwischen wegen der Ausbildung wieder in Hückeswagen ("das ist hier einfach besser"). Er hat, wie er lachend sagt, "freiwillig lebenslänglich" in der Mongolei.
Für Colonel Gankhuu ist es wichtig, dass internationale Beobachter die Situation in seinem Land positiv bewerten: "Das ist mehrfach geschehen und bestätigt die positive Entwicklung in unseren Haftanstalten." Zuletzt gab es Lob für ein neues Untersuchungsgefängnis in Ulaanbaatar.
Demokratische Wende hat alles verändert Vieles hat sich mit der demokratischen Wende 1990 (O-Ton Colonel Gankhuu) verändert. So wurde vor 20 Jahren überhaupt über das Thema Drogen gesprochen. "Durch den Transitverkehr von China nach Russland hat sich das geändert", stellt der Leiter des Strafvollzugsamtes mit. "Der Drogenschmuggel hat sich besorgniserregend entwickelt."
Mittagessen im Landtag und Gespräch mit Peter Biesenbach (Thema u.a. ehrenamtliche Arbeit im Vollzug) folgen an diesem Tag. Jörn-Carsten Pfeiffer von der Gefährdetenhilfe Scheideweg hat jederzeit die Uhr im Auge und drängt zum Aufbruch. Es gibt eben noch (sehr) viel zu tun . . .
 
CHRONOLOGIE DER ZUSAMMENARBEIT
ENTWICKLUNG 1992 schickt die Gefährdetenhilfe Dong Hwan Kim in die Mongolei. Zwei Jahre später wird eine Zweigstelle der Gefährdetenhilfe registriert. 1995 kommt eine mongolische Delegation nach Hückeswagen. Im Jahr danach wird im Stadtrand von Ulaanbaatar ein Haus gekauft und eine Wohngemeinschaft gegründet. Es folgen erste Seminare. Im Jahr 2000 nehmen mongolische Vollzugsoffiziere an einem Praktikum in NRW-Einrichtungen teil. 2003 beginnt der Aufbau eines Zweckbetriebes für die Integration von Entlassenen in die Arbeitswelt. In den Jahren bis 2011 organisiert die Gefährdetenhilfe weitere Austauschprogramme zwischen mongolischen und deutschen Strafvollzugsexperten. In mongolischen Gefängnissen werden Kontaktgruppen aufgebaut.

 



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Empfang bei Bürgermeister Uwe Ufer (r.)


im NRW-Justizministerium in Düsseldorf


im Landtag mit MdL Peter Biesenbach (l.)


Offener Vollzug der JVA Remscheid

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