Kristina lebt mit ihrem Mann Viktor in einem kleinen Dorf in der Nähe von Scheideweg. Sie arbeitet als Baumschulgärtnerin in Wuppertal und engagiert sich ehrenamtlich in der Gefährdetenhilfe. Mit ihrer offenherzigen Art geht sie gerne auf Menschen zu. Und wer sie nicht kennt, kann nichts ahnen von ihrem jahrelangen, verzweifelten Kampf gegen die Drogensucht. Kristina erzählt:
Mit 15 rauchte ich zum ersten Mal Haschisch – einfach aus purer Neugier, zusammen mit ein paar Freunden. Wir konsumierten in Discotheken und auf Partys. Doch es ist nicht dabei geblieben. Wir dachten, wir könnten jederzeit aufhören, wenn wir keine Lust mehr haben. Doch statt aufzuhören, fing ich an, härtere Drogen zu nehmen und sank immer tiefer ab. Irgendwann sah ich für mich keine Möglichkeit mehr, diesen Teufelskreis zu verlassen.
Ich war 18 als ich meinen ersten Entzug machte. Direkt nach der Entlassung aus der Klinik kaufte ich mir wieder neue Drogen. Diesmal zwar kein Heroin, aber dafür umso mehr LSD, Pillen und Speed. Zur Finanzierung meiner Sucht begann ich, mit Drogen zu handeln und war ständig auf der Flucht vor der Polizei. Dies ging solange, bis die Polizei mich im Alter von 22 Jahren verhaftete. Ich war damals irgendwie froh, dass ich gefasst wurde. Ich war müde von der ständigen Flucht und hatte das Drogenleben satt.
Die Ernüchterung im Gefängnis war schrecklich. Mich überkamen Depressionen, Entzugserscheinungen und Suchtdruck. In meiner Verzweiflung sehnte ich mich nach Gott, nach jemanden der mich hält und mir hilft. Sonst hatte ich mit Gott nichts zu tun – außer dass ich glaubte, dass er irgendwo existierte. Mit anderen inhaftierten Frauen trafen wir uns wöchentlich mit dem Gefängnispfarrer, der den Kontakt zu uns suchte. Die Gespräche mit ihm halfen mir zu verstehen, was Jesus Christus für mich bedeutet. Ich entwickelte eine Beziehung zu Gott und merkte, dass sich etwas in meinem Herzen veränderte und eine innere Ruhe einkehrte.
Ein halbes Jahr später wurde ich aus dem Gefängnis entlassen und ich stellte mir natürlich die Frage: Was mache ich jetzt? In eine staatliche Therapie wollte ich nicht. Von meinem Onkel hörte ich von der Gefährdetenhilfe Scheideweg. Ich habe mich dort beworben und durfte bei Silke und Andreas Ertel in die Familie ziehen. Sie haben mir geholfen, einen neuen Anfang zu machen und haben mich in vielen Dingen unterstützt. In dieser Zeit habe ich eine Ausbildung zur Baumschulgärtnerin gemacht und lernte meinen jetzigen Mann Viktor kennen, der damals seinen Zivildienst leistete.
Ich bin froh, dass ich mit Hilfe meiner Familie, der Familie Ertel, meiner Freunde und besonders durch die Hilfe Gottes ein neues Leben anfangen konnte. An dieser Stelle möchte ich allen herzlich dafür danke sagen!