„Kann ich Ihnen helfen?“ Freundlich geht Erwin auf die Kunden im Pflanzenpark zu. Kontakt mit Menschen zu haben, sie zu beraten und ihnen etwas zu verkaufen, das macht ihm Spaß. Dass Erwin heute mitten im Leben steht, einen Beruf und eine Familie hat, ist für ihn selbst ein Wunder. Erwin wuchs als Sohn einer koreanischen Mutter und eines deutschen Vaters auf. Seine Mutter vermittelte ihm den christlichen Glauben. Doch mit 13 änderten sich Erwins Interessen: er lernte andere Freunde kennen, wollte Spaß haben, trank Alkohol und rauchte bald den ersten Joint. Später fing er an, Ecstasy, Speed und LSD zu konsumieren. Bald merkte er, dass sich mit dem Verkauf von Drogen schnelles Geld verdienen lässt. Erwin hatte viele Kontakte, ging auf Partys ein und aus und machte gute Geschäfte - bis die Polizei vor der Tür stand. Ein „Kumpel“ hatte ihn verpfiffen, Erwin musste für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Aber der Strafvollzug konnte ihn nicht daran hindern, weiter Drogen zu konsumieren. Es entstand ein erster persönlicher Kontakt zur Gefährdetenhilfe Scheideweg.
Nach seiner Entlassung endeten alle guten Vorsätze im Drogensumpf. Es wurde schlimmer als vorher. Geplagt von seiner Sucht und seiner Sehnsucht nach Leben versuchte Erwin vergeblich, seine Situation zu verändern. In seiner Verzweiflung machte er sich auf den Weg nach Scheideweg. Es kostete ihn Mut und Überwindung, andere um Hilfe zu bitten. In Scheideweg fand Erwin fand ein neues Zuhause, hilfreiche Freunde und eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Und er bekam Abstand zu den Drogen. Über viele Jahre ist er nun „clean“ und hat einen Sinn und ein Ziel für sein Leben. „Gott hat mich in meinem Denken und Handeln stark gemacht“, sagt Erwin heute. Über seine Vergangenheit kann er heute offen reden. Besonders gerne tut er dies im Gefängnis. Dort versteht er die Menschen und sie verstehen ihn.