In seelsorgerlichen Einzel- und Gruppengesprächen vermittelten sie christliche Werte und bauten Kontakte zu den oft isolierten Männern und Frauen auf. Zugleich knüpften sie den Kontakt der Gefangenen zu ihren Familien, indem sie Telefonanrufe ermöglichten und Brief- sowie Pakettransporte übernahmen. Zudem führte die mongolische Gefährdetenhilfe kulturelle Veranstaltungen durch.
Um Entlassenen eine Möglichkeit anbieten zu können, erwarb der Verein in der Mongolei ein Grundstück. Haftentlassene können hier ihre Jurte aufstellen und werden von einer auf dem Grundstück lebenden Familie begleitet. Der Arbeitstrainingsbereich der Gefährdetenhilfe bietet ihnen eine Arbeitsstelle; davon machten im vergangenen Jahr vier Haftentlassene Gebrauch.
Die Entwicklung des mongolischen Strafvollzugs förderte der deutsche Verein auch dadurch, dass im vergangenen Jahr drei mongolische Vollzugsbeamte in den Gefängnissen Nordrhein-Westfalens zu Gast sein konnten. Im Rahmen eines zweimonatigen Programms besuchte die Delegation Gefängnisse, die Justizvollzugsschule, das Justizministerium, den Landtag und den Deutschen Bundestag.
Die Arbeit der Gefährdetenhilfe geschieht dabei unter schwierigeren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: die Wirtschaftskrise hat auch die Mongolei erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen steigt.
In diesem Jahr sollen in der Mongolei die Entlassenenhilfe ausgebaut, eine Drogenberatungsstelle aufgebaut und eine Schreinereiwerkstatt gestartet werden. Ziel ist zudem die Gewinnung weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter für die Kontaktgruppenarbeit.