Wer wird straffällig - und wie?

Daten aus dem 2. Sicherheitsbericht der Bundesregierung (November 2006)

Die Darstellung der Kriminalität in den Medien zeichnet ein unausgewogenes Bild, das wiederum Einstellungen in der Öffentlichkeit prägt. Die Meinung "Kriminalität wird häufiger" ist oft zu hören. Die Kriminalstatistik zeichnet ein differenziertes Bild.

(Die Statistiken finden sich als Grafik in der zum Download angebotenen PDF-Datei.)

Die Entwicklung der Kriminalität

Im Vergleich zum Jahr 1995 zeigt sich eine insgesamt rückläufige Kriminalitätsentwicklung, was insbesondere dem Rückgang der typischen Eigentumskriminalität geschuldet ist. Betrugsdelikte zeigen - ebenso wie Gewaltstraftaten - über Jahre hinweg einen moderaten Anstieg. Die Statistik in der Übersicht:

Die Entwicklung der Kinder- und Jugendkriminalität

Die Entwicklung der Gesamtkriminalität spiegelt sich deutlich auch bei der Kriminalität von Kindern und Jugendlichen wider: Typische Eigentumsdelikte wie einfacher Diebstahl und Ladendiebstahl sind rückläufig. Gewaltkriminalität und einfache Körperverletzung weisen dagegen zunehmende Tendenzen auf - und bilden den Teil der Kriminalität ab, der in der Gesellschaft die größte Aufmerksamkeit findet.

Sexuelle Gewalt in Europa - 1995 und 2000

Im westeuropäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Zahl registrierter Sexualstraftaten im unteren Bereich - mit einer Zuwachsrate von 1,6 Prozent zwischen 1995 und 2000.

Kinder als Opfer von Sexualmorden 1971 - 2005

Nimmt man ein besonders schweres Kriminalitätssegment heraus - nämlich Sexualmorde an Kindern - so zeigt sich: Seit 1971 hat die Zahl der kindlichen Opfer beständig abgenommen; im Jahr 2005 waren es vier Opfer. Diese Form schwerster Kriminalität hat also - entgegen öffentlicher Wahrnehmung - nicht zugenommen.

Todesfälle durch Gewaltkriminalität 1994 - 2001

Bei der Zahl der Todesfälle durch Mord, Totschlag und Körperverletzung liegt Deutschland im europäischen Vergleich ebenfalls unter dem Durchschnitt. Auch hier ist für die Zeit zwischen 1994 und 2001 eine kontinuierlich abnehmende Tendenz zu erkennen.

Tatverdächtige nach Alter und Geschlecht

Die höchsten Kriminalitätsbelastungen finden sich in den Altersgruppen der über 16- und unter 30-Jährigen. Die 21.- bis 23-Jährigen bilden dabei die Spitze. Mit zunehmendem Alter flacht die Kriminalitätsbelastungskurve kontinuierlich ab.

Der "Strafverfolgungstrichter"

Der "Kriminalitätstrichter" offenbart: Von 100 strafmündigen Tatverdächtigen werden lediglich 31 verurteilt, und nur drei zu stationären Maßnahmen (insbesondere Jugend- und Freiheitsstrafen). Die Rechtsprechung ist bemüht, Strafvollzug soweit wie möglich zu vermeiden.



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Kinder als Sexualmordopfer

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