Kath (andere Bezeichnungen: Qat, Kat, Khat, Qad oder Miraa), wird vorwiegend in Ostafrika und Südarabien angebaut und dort als Alltagsdroge konsumiert. Dazu werden in der Regel die Zweigspitzen und jungen Blätter des dort anzutreffenden Kathstrauch (Catha edulis), auch Abessinischer Tee genannt, gekaut. Auch durch das Trocknen und Pulverisieren der Blätter bleibt die Wirksamkeit der Droge erhalten. Die Blätter werden in den Anbauländern an der Sonne getrocknet und dann zu einem grünlich-braunen Pulver zermalen und luftdicht verpackt. Auch getrocknete Blätter werden gehandelt. Der Konsum ist in den genannten Ländern weit verbreitet - zunehmend auch unter jüngeren Menschen - mit negativen Auswirkungen auf Bildung und Einkommensentwicklung. In Europa wird Kath fast ausschließlich von Menschen afrikanischer Herkunft konsumiert. Der bittere Geschmack der Droge macht Kath für Europäer uninteressant.
Kathblätter enthalten den Wirkstoff Chatinon / Chatin sowie 40 weitere Kathalkaloide. Die Kathblätter werden im Mund zu Bällchen gepresst und beim Reden zumeist in die Backentasche geschoben und dabei immer wieder neu befeuchtet und ausgesogen. Kath-Konsumenten fallen durch ihre "Hamsterbacken" auf: Die Bällchen wachsen im Tagesverlauf bis zur Größe eines Tennisballs. Der Geschmack der Blätter ist süß und bitter zugleich.
Aus den zerkleinerten Kath-Blättern wird mit kochendem Wasser ein Tee zubereitet. Im Äthiopien wird Kath als Paste zubereitet, und im Jemen ist das Rauchen der Droge verbreitet. Tabakkonsum verstärkt die Wirkung des Kath.
Kath-Konsumenten erleben eine anregende Wirkung. Durch das Kauen der Kathblätter wird hauptsächlich der Wirkstoffe Cathin freigesetzt und über die Mundschleimhaut aufgenommen. Cathin wirkt in kleinen Mengen anregend und appetitzügelnd. Der Konsum von Kath führt zu einem Rauscherlebnis mit Rededrang, Erregung, Euphorie und Halluzinationen. Die Konsumenten haben das Gefühl "geistiger Klarheit" und glauben, nur mit der Droge leistungsfähig zu sein. Hunger- und Schlafbedürfnisse werden unterdrückt. Die Rauschwirkung hält etwa zwei Stunden an. Danach werden die Konsumenten ruhiger. Häufig anschließende Depressionen werden nicht selten mit Alkohol unterdrückt. Kath-Konsum führt - je nach Situation und Person - zu Zittern, Unruhe, Schlaflosigkeit, einer Erweiterung der Pupillen, Herzrhythmusstörungen, beschleunigter Atmung, erhöhter Körpertemperatur, Gewichtsverlust oder Gastritis. Im Entzug sind paranoide Erlebnisse und Tremor möglich. Regelmäßiger Kath-Konsum kann zu Apathie, Toleranzerhöhung und psychischen Reaktionen führen. Während der Schwangerschaft kann Kath zu einer Sauerstoffminderversorgung des Fetus und damit zu einem erhöhten Risiko für Frühgeburten führen. Im Tierversuch mit Ratten löste es aggressives Verhalten aus. Langjähriger Kathkonsum scheint mit einem erhöhten Risiko von koronare Herzkrankheiten und Karzinome der Mundschleimhaut assoziiert zu sein.
Kath verursacht in der Regel keine physischen, wohl aber eine psychische Abhängigkeit. In Deutschland unterliegt das in Kath enthaltene Cathin dem Betäubungsmittelgesetz, wodurch Besitz, Einfuhr und Handel von Kath verboten sind.