Zürich {03.11.06} Etwa 150 Delegierte von Gefährdetenhilfevereinen auf vier Kontinenten nahmen am letzten Oktoberwochenende am 21. Internationalen Gefährdetenhilfeforum teil. Tagungsort war Aeschi, malerisch gelegen im Berner Oberland (Schweiz). Mit dabei waren der Leiter des kenianischen Strafvollzugs, Commissioner of Prisons Gilbert Omondi, und der Leiter des Forschungsinstitutes für den Strafvollzug der Russischen Föderation, Professor Oleg Kovalev. Ein Hauptreferat hielt Prof. Dr. Philipp Walkenhorst, Straffälligenpädagoge an der Universität Dortmund.
Gemeinsam mit ihren internationalen Partnern wollen die europäischen Gefährdetenhilfevereine das weltweite Engagement in Strafvollzug und Straffälligenhilfe weiter ausbauen. Um die finanzielle Basis dafür zu stärken, gründeten sie die "Gefährdetenhilfestiftung für internationale seelsorgerlich -diakonische Straffälligenhilfe", die auf ihrer Website www.integrate-international.org. über das globale Engagement berichtet.
Eine vertrauensvolle Kooperation haben der kenianische Strafvollzug und die Gefährdetenhilfe Scheideweg e.V. (Hückeswagen bei Köln) vereinbart. So sollen im Juni 2007 mit dem deutschen Verein und dessen ehrenamtlichen Mitarbeitern Schulungen für leitende kenianische Gefängnisbedienstete, zahnmedizinische Programme für die Gefangenen und Gottesdienste in den kenianischen Gefängnissen durchgeführt werden. Die Gefährdetenhilfe Scheideweg bau derzeit eine Farm für haftentlassene Menschen in Westkenia auf.
Verschiedene Vereine weltweit arbeiten zudem an einem "Prison Manual", einem internationalen Seelsorgekurs für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter in Strafvollzug und Straffälligenhilfe in englischer Sprache.
"Christliche Straffälligenhilfe lebt aus dem Wissen, dass der Gefangene - unabhängig von seiner Straftat - ein von Gott geliebter Mensch ist", betonte der Vorsitzende der "Bundesarbeitsgemeinschaft seelsorgerlich- diakonischer Gefährdetenhilfen (BSDG) e.V.", Friedel Pfeiffer, in seinem Schlusswort. Für Christen gehörten die Botschaft von Gottes Versöhnungsangebot und die liebevolle Zuwendung zum Haftentlassenen untrennbar zusammen.
Das Tagungsprogramm als Download: