Andreas - heute kann ich anderen etwas anbieten.

Ich heiße Andreas und bin in Lüdenscheid in einer gutbürgerlichen Familie groß geworden. Mit 15 Jahren merkte ich, dass der Lebensstil meiner Eltern mich nicht begeisterte. Ich wollte mehr erleben als nur Arbeiten, Essen und Schlafen.

In dieser Zeit lernte ich Jugendliche kennen, die Haschisch rauchten, viel in Kneipen und Discotheken unterwegs waren, was für mich eine neue und faszinierende Art zu leben war. Ich übernahm ihren Lebensstil und merkte im Laufe der nächsten Jahre: was mich anfangs faszinierte, das zerstörte mich innerlich mehr und mehr. Zu meinem regelmäßigen Haschischkonsum kamen Alkohol und Speed. Ich merkte, wie ich immer beziehungsloser wurde und auch nicht mehr in der Lage war, meinen Arbeitsplatz zu halten. So wurde mir nach Beendigung meiner Ausbildung als Werkzeugmacher gekündigt.
Auch zu Hause war durch mein Verhalten ein Miteinanderleben nicht mehr möglich. Mit 19 Jahren zog ich nach ständigem Streit mit meinen Eltern aus. Zwei Jahre später, nach einigen gescheiterten Beziehungen zu Frauen, wurde ich Vater von einer Tochter, die allerdings ohne mich aufwuchs. Zugleich war dies ein Moment, der mich noch einmal neu ins Nachdenken über mein Leben brachte. Ich merkte: ich selbst war nicht mehr in der Lage, mich oder mein Leben zu verändern. In dieser Zeit musste ich für zwei Wochen ins Krankenhaus und hatte viel Zeit zum Nachdenken. Dort besuchte mich ein Bekannter meines Vaters, der Christ war. Wir sprachen viel über mich und über meine Probleme. Er erzählte mir, dass Jesus mein Leben verändern und meine Schuld vergeben könnte. An diesem Tag beteten wir gemeinsam. Ich spürte: wenn jemand mein kaputtes Herz verändern kann, dann nur dieser Jesus. Es war mir klar: um verändert leben zu können, brauchte ich die Hilfe anderer Menschen. Die Gefährdetenhilfe Scheideweg war mir schon länger bekannt. Dort boten mir Christen ihre Freundschaft an und ich konnte mit in einer der Wohngemeinschaften leben. Ich lernte neu, Beziehungen aufzubauen. Später wurde es mir wichtig, mich für andere Menschen zu engagieren.
 
Inzwischen arbeite ich im Bereich "Arbeitstraining" bei der Gefährdetenhilfe Scheideweg. Meine Aufgabe ist es, ehemals straffällige und süchtige junge Menschen ins Berufsleben zu begleiten. Ich bin verheiratet und unser Ziel als Familie ist es, nicht nur unseren eigenen Kindern, sondern auch jungen Menschen aus dem Gefängnis ein Zuhause zu geben.

 




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Andreas

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