In unserer Reihe "Vorgestellt" berichten Kontaktgruppenmitarbeiter aus den Kontaktgruppen in den unterschiedlichen Vollzugsanstalten und Jugendarrestanstalten. Rosi Nägelkrämer erzählt von der Kontaktgruppenarbeit im Frauengefängnis in Köln:
In der JVA Köln sind insgesamt ca. 1250 Gefangene inhaftiert, unter ihnen etwa 200 bis 220 Frauen. Die JVA hat einen jährlichen Durchlauf von ca. 16.000 Inhaftierten und einen hohen Ausländeranteil mit 40 bis 50 Nationalitäten. Wie auch andere Haftanstalten ist die JVA Köln überbelegt.
Jede Woche Dienstag besuchen wir mit etwa 10 bis 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern das Gefängnis. Dort haben wir Kontaktgruppen in zwei unterschiedlichen Frauen-Hafthäusern und eine Gruppe bei den Männern. Wir, als Leute "von draußen", sind sehr unterschiedlich, Junge und Alte, Männer und Frauen. Uns verbindet der Wunsch, hinter den Gittern von der Liebe Gottes weiterzusagen.
In einer großen Runde sitzen wir mit den inhaftierten Frauen zusammen. Zu Anfang singen wir gemeinsam einige Lieder und denken bei einer Andacht darüber nach, was das Wort Gottes mit unserem Leben zu tun hat. Die meiste Zeit verbringen wir dann in persönlichen, seelsorgerlichen Gesprächen.
Vor 14 Jahren ist mir diese Arbeit im Gefängnis wichtig geworden. Damals zog meine Tochter aufgrund ihrer Heroinabhängigkeit in eine Wohngemeinschaft der Gefährdetenhilfe. Durch die Besuche in der Wohngemeinschaft merkte ich: Die Sache mit Gott ist nicht nur die Rettung für meine Tochter, sondern ich kann eine persönliche Beziehung zu Gott haben und bin nur ein Gebet weit von ihm entfernt. Ein Jahr später als meine Tochter nahm ich Jesus Christus als meinen Herrn und Erlöser an. In unserem familiären Durcheinander hat Gott Wunder getan: unsere Tochter ist aus der Drogenabhängigkeit und der Kriminalität herausgekommen und unsere Familie ist zusammengeblieben. Diese Erfahrung hat in mir den Wunsch geweckt, Menschen hinter den Mauern und am Rande der Gesellschaft, ein Stück Freundschaft und Hoffnung zu bringen und ihnen die Möglichkeit aufzuzeigen, dass Jesus von Schuld und Sucht befreien kann.