Ich war abhängig und Mutter und hoffnungslos.
Als Kind wurde mir mein 10 Jahre älterer Bruder als gutes Beispiel und Vorbild hingestellt. Aber ich wollte anders leben: nur zu arbeiten und mein Glück in einem spießbürgerlichen Leben zu suchen - das reichte mir nicht. So begann ich schon früh, gegen meine Eltern und das Leben, in das sie mich pressen wollten, zu rebellieren. Mit 14 Jahren lernte ich Leute kennen, die älter waren als ich und die sich von der normalen, bürgerlichen Welt absetzten. Sie nahmen Drogen und nahmen mich hinein in ihre Welt. So begann ich, Tabletten, Speed, Haschisch und schließlich auch Kokain zu konsumieren. Das ging einige Jahre so weiter - bis ich mit 19 schwanger wurde und meine Tochter Anne zur Welt kam. Als alleinerziehende Mutter wollte ich raus aus der Droge, merkte aber, dass dies nicht so einfach war und dass ich mit meinem Leben nicht fertig wurde. Durch verschiedene Männerbeziehungen versuchte ich, Anne einen Vater zu geben und mich damit mehr aus der Verantwortung zu ziehen. Doch das machte mich noch einsamer und suchender. Nach sieben Jahren zog meine Tochter zu ihrem leiblichen Vater. Ich versuchte durch den Besuch einer Abendschule mein Leben zu ordnen, doch ich fand auch darin keine Befriedigung. Es kam noch schlimmer: Ich lernte die Droge Heroin kennen, die mich zunächst einmal meine Sorgen und Ängste vergessen ließ.

Nach fünf Jahren Heroinkonsum stand ich vor der Entscheidung: entweder ohne Drogen leben oder ein körperlicher, seelischer und finanzieller Zusammenbruch. Ich wurde substituiert und hatte keine Perspektive mehr. In dieser Situation traf ich Menschen, die mir die Möglichkeit aufzeigten, bei der Gefährdetenhilfe Scheideweg einen Drogenentzug zu machen und in einer Wohngemeinschaft mitzuleben. So konnte ich in eine Wohngemeinschaft ziehen und erlebte, dass die Menschen dort eine lebendige Beziehung zu Gott hatten und erstaunlich ehrlich miteinander umgingen. Auch ich fand bald eine Beziehung zu Jesus Christus und merkte, wie sich mein Leben veränderte.

Nun lebe ich hier seit 1994 drogenfrei. Inzwischen habe ich geheiratet. Ich konnte eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau erfolgreich abschließen und bin erneut Mutter geworden. Es ist mir wichtig geworden, auch anderen aufzuzeigen, dass Jesus Christus ein neues Leben schenken kann. Ich hoffe und bete dafür, dass meine Tochter durch mein Zeugnis Jesus auch kennen lernt und einen anderen Weg als ich gehen kann.




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Ute

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