Im Zusammenhang mit den 68er Ereignissen fand die deutsche Öffentlichkeit zu einem neuen Interesse für die Probleme von Randgruppen. Auch die Gefängnisse wurden "entdeckt". Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen wollten hier konkret helfen.
1972
Der Gefängnisseelsorger des Jugendgefängnisses in Siegburg lädt evangelische Jugendgruppen zu Programmen und Gesprächen hinter die Mauern ein. Auch aus Hückeswagen-Scheideweg wirkt eine Gruppe mit. Die jungen Scheideweger entschließen sich zu regelmäßigen Besuchen und Gesprächen in dem Gefängnis.
1975
Der Verein "Gefährdetenhilfe Scheideweg e.V." wird gegründet. Christen aus unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden engagieren sich. In dem Siegburger Jugendgefängnis finden zwei regelmäßige Kontaktgruppen statt.
1978
Das erste Haus wird gekauft. Dort in "Haus Scheideweg" beginnt die erste familiäre Wohngemeinschaft für straffällige und gefährdete junge Menschen. Viele weitere Wohngemeinschaften sind bis heute daraus entstanden.
1978
Die Gefährdetenhilfe besucht erstmals Gefängnisse in Kenia. Eine internationale christliche Straffälligenhilfe beginnt: Afrika, Asien, Südamerika und Europa sind heute Einsatzgebiete der Scheideweger.
1980
In einer Strafvollzugsanstalt für Erwachsene, der JVA Rheinbach, beginnt eine weitere Kontaktgruppe. Kontaktgruppen sind heute in 15 Gefängnissen tätig.
1984
Ein ehemaliger Gewerbekomplex wird in der Nachbarstadt Wermelskirchen gekauft. In "Haus Kreckersweg" finden von 1986 bis 2008 Seminare für (ehrenamtliche) Mitarbeiter in der Straffälligen- und Gefährdetenhilfe statt.
1989
Drei junge Menschen können nicht in die bestehenden Wohngemeinschaften des Vereins aufgenommen werden. Innerhalb von zwei Wochen nehmen sie sich das Leben. Das veranlasst den Verein zum Aufbau eines weiteren Projektes: Unter dem Namen "Hoffnung für viele" entstehen auf einem Gelände ein Pflanzenpark sowie eine Metallwerkstatt als Zweckbetriebe und zwei Wohngemeinschaften.
1991
Schon vor der Wende hält die Gefährdetenhilfe Kontakte in die DDR. Nach dem Fall der Mauer gründet sie 1991 die Gefährdetenhilfe Waren gGmbH und baut das verfallene Gutshaus "Schloss Wendorf" als diakonisches Zentrum wieder auf. Auch in Mecklenburg-Vorpommern entstehen Kontaktgruppen in den Gefängnissen.
Die Gefährdetenhilfe Ulaanbaatar wird gegründet. Die Scheideweger bauen ein Haus am Stadtrand der mongolischen Hauptstadt, besuchen Gefängnisse und fördern den Aufbau des ehrenamtlichen Engagements.
1994
Gemeinsam mit anderen Gefährdetenhilfevereinen wird die "Bundesarbeitsgemeinschaft seelsorgerlich-diakonischer Gefährdetenhilfen (BSDG) e.V." gegründet.
1996
Ein ehemaliger Gewerbekomplex wird gekauft und zum "Begegnungszentrum Scheideweg" umgebaut. Wohnen und Freizeitgestaltung werden hier auf einem Gelände möglich.
2000
Im benachbarten Gewerbegebiet nimmt die "Gewerbehalle Oberdorp" ihren Betrieb auf. Hier ist bis zum Sommer 2009 die GFH Scheideweg Metallbau gem. GmbH tätig.
In der russischen Teilrepublik Burjatien wird als Zweigverein die Gefährdetenhilfe Ulan Ude gegründet. Ein Jahr später erwirbt die Gefährdetenhilfe Scheideweg am Stadtrand der burjatischen Hauptstadt Ulan Ude ein Haus.
2001
Verkaufs- und Lagerfläche des "Pflanzenpark Scheideweg" werden durch einen Anbau ergänzt. Das erweitert zugleich die Ausbildungsmöglichkeiten des Vereins.
2006
Im Westen Kenias - nicht weit entfernt vom Viktoria-See - startet ein Farmprojekt, das haftentlassenen kenianischen Jugendlichen ein Zuhause und Arbeit geben soll.
2008
Das "Gutshaus Wendorf" in Mecklenburg-Vorpommern startet neu als "Familiengut" mit vielseitigen Angeboten für Eltern und Kinder.
2008
Start des Brunnenweg-Projektes: Der Verein erhält durch die Stadtverwaltung Hückeswagen ein Haus für die stadtteilbezogene Jugend- und Gemeinwesenarbeit.
2009
Der CROSSROADS PRISON MINISTRY TRUST KENYA wird als Träger der Gefährdetenhilfearbeit in Kenia gegründet und offiziell anerkannt.