Im Jahr 1999 fand in Lobetal (bei Berlin) das 14. Internationale Forum christlicher Gefährdetenhilfen statt

Am letzten Oktoberwochenende 1999 fand das "14. Internationalen Kontakttreffen christlicher Gefährdetenhilfen" mit 190 Delegierte aus 10 Ländern in Lobetal bei Berlin statt. Die Vertreter von 31 Vereinen der "Bundesarbeitsgemeinschaft seelsorgerlich-diakonischer Gefährdetenhilfen (BSDG) e.V." diskutierten praktische und grundlegende Fragen ihrer Arbeit miteinander und mit Vollzugspraktikern.

Als "neue Unerbittlichkeit" bezeichnete der Vertreter des Bundesjustizministeriums, Ministerialrat Horst Viehmann, die Einstellung der Bevölkerung gegenüber Straftätern. Die Reaktionen der Öffentlichkeit seien mehr von spektakulären Medienberichten als von kriminologischen Forschungsergebnissen geprägt.
Anlässlich einer Podiumsdiskussion über ethische Grundlagen für den Umgang mit Kriminalität und Sucht bedauerte der rheinische Vollzugspräsident Dr. Klaus Koepsel, dass die moderne Gesellschaft sich nicht mehr auf eine positive Ethik verständigen könne. Übereinstimmung bestehe allenfalls in Bezug auf das, was der Gefangene nicht mehr tun soll, nämlich kriminell zu leben. Die Frage nach den Inhalten einer sinnvollen Lebensgestaltung bleibe weitgehend unbeantwortet.

"Wir können auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Strafvollzug absolut nicht verzichten" sagte der Leiter des Gefängnisses Berlin-Tegel, Klaus Lange-Lehngut, bei seinem Vortrag. Für die Zukunft erwarte er, das die soziale Kälte in den Gefängnissen durch die schwierige Haushaltslage zunehme. Seit 1997 ist die Gefährdetenhilfe Scheideweg mit einer Kontakt in der JVA Tegel tätig.

Das Engagement im Strafvollzug und die Aufnahme Haftentlassener kennzeichnet die Arbeit der Gefährdetenhilfevereine. Berichtet wurde von solchen Programmen in der Mongolei, in Tadschikistan, in Burjatien, der Ukraine, Indien, Polen, Ungarn, der Schweiz, Österreich, Belgien, Schweden und Deutschland. Der auf der Tagung anwesende Leiter des mongolischen Strafvollzuges, Oberst Sanjasurren, berichtete von den positiven Auswirkungen des Tuberkuloseprogramms der Gefährdetenhilfe Scheideweg. In der Ukraine entstand ein Haus für Haftentlassene, in Tadschikistan konnten die Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums informiert werden.

"Als Christen betonen wir in den Staaten des früheren Ostblocks den von Gott gegebenen Wert jedes Menschen - unabhängig von seinen Taten", so der BSDG-Vorsitzende Friedel Pfeiffer. Das Interesse der Gesellschaft für die Gefängnisse solle in diesen Ländern gefördert werden.

Interesse für den Strafvollzug will die BSDG auch in Deutschland wecken: So wurde ein Positionspapier unter dem Thema "Der Mensch ist mehr als seine Taten - Wertorientierungen in Strafvollzug und Straffälligenhilfe" verabschiedet, das in Politik, Justiz und christlichen Gemeinden diskutiert werden soll.





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Gyözo Albrecht berichtet aus Ungarn


ein Gast aus Schweden wird übersetzt


Bericht aus Belgien


Jacques Straumann aus der Schweiz

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