Berichte aus der seelsorgerlich-diakonischen Straffälligenhilfe in Europa, Asien, Afrika und Südamerika hörten die Teilnehmer des "15. Internationalen Kontakttreffens christlicher Gefährdetenhilfen" am letzten Oktoberwochenende in Ramsau (Berchtesgaden). 32 Vereine aus 12 Ländern hatten ihre Vertreter zu der Tagung entsandt. Berichtet wurde u.a. aus der Gefängnis- und Drogenarbeit in den vom Bürgerkrieg gekennzeichneten Ländern Tadschikistan und Kroatien, von den aktuellen politischen Umbrüchen in der Mongolei, zu den Tuberkuloseproblemen in den Gefängnissen Russlands und Zentralasiens, von einer in Ghana beginnenden Arbeit, von den Problemen der christlichen Gefährdetenhilfen in einem zunehmend durch gewaltbereite Hindus geprägten Indien, der Arbeit in den Slumgebieten Brasiliens und neuen europäischen Projekten und Initiativen.
"In den schmutzigen und dunklen Gefängnissen in aller Welt wollen wir deutlich machen, dass jeder Mensch einen von Gott gegebenen Wert besitzt, und wir wollen einen menschenwürdigen Umgang mit Gefangenen vorleben", sagte der Vorsitzende der in Hückeswagen beheimateten "Bundesarbeitsgemeinschaft seelsorgerlich-diakonischer Gefährdetenhilfen (BSDG)", Friedel Pfeiffer. Verstärkt werden soll in den kommenden Monaten insbesondere die weltweite Arbeit. So wurde der brasilianische Verein CENA (Sao Paulo) neu in den internationalen Verband IACPR (International Association of Christian Prison and Rehabilitation Ministries) aufgenommen, der sich die Verkündigung des Evangeliums in den Gefängnissen weltweit und praktische Hilfe für Gefangene und Haftentlassene zum Ziel gesetzt hat.
Verabschiedet wurde auf der Tagung auch ein Positionspapier zur Frage der Gefangenenentlohnung, die derzeit Bundestag und Bundesrat beschäftigt. Die christliche Straffälligenhilfe fordert darin eine Flexibilisierung der Anstaltsbetriebe und eine verstärkte Orientierung am allgemeinen Arbeitsmarkt.