Das Internationale Forum christlicher Gefährdetenhilfen fand 2003 in der Millionenmetropole Sao Paulo statt

Etwa 8.000 Straßenkinder leben in der 18-Millionen-Einwohner-Metropole Sao Paulo. Das Schnüffeln von Klebstoff, der Crack-Konsum, Kriminalität und Prostitution gehören zu ihren Alltagserfahrungen. Hier engagiert sich ein brasilianischer Gefährdetenhilfeverein, die CENA, mit tatkräftiger Unterstützung aus Deutschland. Viele Impulse haben die CENA-Mitarbeiter von ihren Besuchen in Breitscheid (Hessen) und Hückeswagen (Nordrhein-Westfalen) mit nach Sao Paulo genommen, so den Aufbau von Wohngemeinschaften und Zweckbetrieben und die Gestaltung von Kontaktgruppen im Strafvollzug. Im Oktober 2003 besuchten die internationalen Gefährdetenhilfevereine Brasilien - und insbesondere Sao Paulo.

Zunächst teilten sich die 60 Reiseteilnehmer in zwei Gruppen und besuchten im Norden und Süden des südamerikanischen Landes zwei Wochen lang Gefängnisse, Kinderheime und Kirchen. Die dritte Woche verbrachte die Gruppe in Sao Paulo, wo sie ins-besondere das 18. Internationale Gefährdetenhilfeforum mitgestaltete. 250 Delegierte aus Gefährdetenhilfevereinen in elf Ländern Amerikas, Asiens und Europas trafen dort zusammen, um Erfahrungen aus der christlichen Straffälligenhilfe auszutauschen. Als Vertreter des Stadtparlaments von Sao Paulo betonte Jorge Barrientos die Bedeutung der ehrenamtlichen christlichen Straffälligenhilfe: "In unserem Land gibt es viele gute Gesetze, an die sich niemand hält. Deshalb brauchen wir gerade für die Straffälligenhilfe das Interesse der Gesellschaft und der Kirchen", sagte Barrientos auf einer Podiumsdiskussion. Das Stadtparlament wird sich in den nächsten Monaten mit einem Gesetz zur beruflichen Eingliederung haftentlassener Menschen beschäftigen, wozu Barrientos die Gefährdetenhilfevereine um ihre Unterstützung mit Erfahrungen aus Europa gebeten hat. Darüber hinaus werden die Gefährdetenhilfen weiter gemeinsam an ihrem Projekt zur Internationalisierung der Straffälligenhilfe arbeiten und hierbei insbesondere deutsche Gefangenen in Brasilien und brasilianische Gefangenen in Deutschland bei der Rückkehrvorbereitung in ihre Heimatländer unterstützen.

Ein großes Projekt hat sich der brasilianische Gefährdetenhilfeverein für die kommenden Jahre vorgenommen: Die CENA erwarb in einem sozialen Brennpunkt von Sao Paulo eine alte Sporthalle und hat mit dem Umbau begonnen. Neben einer Sporthalle entstehen dort Räume für die ärztliche und zahnärztliche Behandlung, eine Küche und Duschmöglichkeiten, Unterrichtsräume und ein Zweckbetrieb sowie Büros. "Wer Gott liebt, der kann - auch in Brasilien - nicht an dem Elend der Menschen in seiner Stadt vorbei gehen", so der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft seelsorgerlich-diakonischer Gefährdetenhilfen, Friedel Pfeiffer, zu den Erfahrungen der Reise, auf der für die deutsche Arbeitsgemeinschaft und deren internationalen Zweig IACPR viele neue Kontakte nach Südamerika und zu den Verantwortlichen des dortigen Strafvollzuges entstanden sind.





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Tagungsteilnehmer


Sao Paola - 18 Mio. Menschen


CENA - die offene Arbeit


in einer CENA-Wohngemeinschaft

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